Winkler, Gerhard

(12.09.1906 – 25.09.1977)

Beinah unvorstellbar: die in Deutschland bekanntesten Italien-Lieder stammen von einem richtigen Berliner, dem am 12. September 1906 in Rixdorf bei Berlin geborenen Gerhard Winkler.

Schon sehr früh verdeutlichte sich seine Affinität zur Musik. Mit 7 komponierte er sein erstes Lied auf der Zither, mit 9 sang er im Berliner Domchor und im Kinderchor der Lindenoper, besuchte jetzt bereits neben der Schule das Konservatorium und wurde im Klavierspiel und auf der Violine, bald schon in Kompositionslehre und Dirigieren unterrichtet. Weiteres musikalisches Rüstzeug erwarb er sich nach der Schulzeit am legendären „Sternschen Konservatorium“. Er wurde Lehrling in einer Musikalienhandlung in Berlin und begann mit 16 Jahren in Kapellen und als Alleinunterhalter zu spielen. Spezialarrangements für die Orchester Paul Godwin, Ilja Livschakoff, Adolf Ginsburg und andere sprachen für seine musikalischen Fähigkeiten. Schließlich gelang ihm 1936 mit dem Lied „O mia bella Napoli“ der Durchbruch. Viele Italien-Hits folgten und schließlich die „Capri-Fischer“, einer seiner größten Erfolge.

1952 schrieb Fred Rauch den Text zu „Mütterlein“, doch das Lied wurde trotz Rudi Schurickes Gesang kein großer Erfolg. Aber es gelangte über Schweden nach Amerika und wurde mit dem Text “Answer Me, My Love“ mit Frankie Laine und Nat King Cole ein riesiger Erfolg - mit Nat King Cole stand es allein 27 Wochen an der Spitze der amerikanischen Hitparade. Es kam nach Deutschland zurück, Fred Rauch schrieb den neuen Text „Glaube mir“, und ein junger, aufstrebender Sänger, Wolfgang Sauer, machte es auch hier zu einem ganz großen Hit. Gerhard Winkler schrieb weiterhin Erfolgslieder, komponierte überdies kontinuierlich konzertante Unterhaltungsmusik bis zu sinfonischer Prägung und war daneben als Dirigent Botschafter seiner Werke.

Als er am 25. September 1977 in Kempten im Allgäu starb, hinterließ er ein umfangreiches musikalisches Werk, welches ihm 1996 posthum die “Goldenen Stimmgabel“ einbrachte.